
Landwirtschaftlicher Unternehmertag der Volksbanken und Raiffeisenbanken
Am 9. November 2010 fand zum zweiten Mal der Landwirtschaftliche Unternehmertag in Brandenburg statt.
Unter dem Titel Perspektive Landwirtschaft - Alternative Energien- kein Thema? boten die Genossenschaftsbanken ihren landwirtschaftlichen Kunden im schönen Ambiente des Dorint Hotels Sanssouci in Potsdam die Möglichkeit sich auszutauschen, interessante Erfahrungen und Kontakte zu sammeln und sich neuen Perspektiven zu erschließen.
Frank Robby Wallis, Vorstandsmitglied der Brandenburger Bank Volksbank Raiffeisenbank konnte in diesem Jahr rund 350 Teilnehmer begrüßen.
Das Hauptthema der Veranstaltung beinhaltete, wie die Produktion von Nahrungsmitteln und der wachsende Bedarf an Energie aus Biomasse mit nachhaltiger Landwirtschaft zu vereinbaren sind. Dabei rückten die mit der wachsenden Konkurrenz um tendenziell knapper werdende Nutzflächen verbundenen Fragen in den Mittelpunkt. Sowohl Landwirte und ihre Partner als auch die Politik stehen dabei vor neuen Aufgaben, wie die Vorträge und die anschließende Podiumsdiskussion zeigten.
„Wir brauchen volle Teller, volle Tanks, aber auch volle Natur - diese Ziele gilt es unter einen Hut zu bringen“, machte Clemens Neumann, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf aktuelle Probleme in der Landwirtschaft aufmerksam. Die vorgezogene Novellierung des Erneuerbaren Energien-Gesetzes (EEG), die am 1.1.2012 in Kraft treten soll, werde dazu beitragen. Zunehmende Nutzungskonkurrenzen landwirtschaftlicher Kulturen gelte es wieder zu verringern, indem der Einsatz von biogenen Reststoffen in Biogasanlagen stärker honoriert werde als der von Rohstoffen, die für die Nahrungsmittelproduktion und Futtermittel benötigt würden. In Zukunft müssten bei der Vergütung Effizienz und Innovation stärker berücksichtigt werden als bisher, sagte der Ministerialbeamte.
Auf die Berater der Landwirte im Land leiten sich daraus ebenfalls neue Aufgaben ab, stellte der Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburgs, Jörg Vogelsänger, fest. Der SPD-Politiker hob dabei die Rolle der Volksbanken und Raiffeisenbanken hervor und würdigte den hohen Anteil, den sie am Erfolg unternehmerischer Landwirte haben. Sie unterstützen inzwischen eine Vielzahl Brandenburger Landwirtschaftsbetriebe. Der Minister informierte, dass die Landesregierung trotz Einschnitten im Agrarhaushalt ihre Unterstützung für die Berufsausbildung im ländlichen Bereich und für die Flurbereinigung sowie die Ausgleichszahlungen für Natura-2000-Gebiete und die Agrarumweltmaßnahmen aufrecht erhält. In Brandenburg gibt es 38.000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und 17.000 im Gartenbau.
Die Förderung von erneuerbaren Energien aus ökonomischer Sicht betrachtete Prof. Dr. Peter Michael Schmitz vom Institut für Agrarpolitik und Marktforschung der Universität Gießen. Er empfahl, unter Beachtung der Klimaschutzverpflichtungen über langfristig tragfähige Konzepte der Energiesicherung auch auf der Basis von Biomasse nachzudenken, da fossile Rohstoffe endlich und Deutschland sowie die EU von Importen abhängig sind. Politiker forderte er auf, dafür die richtigen Rahmenbedingungen zu entwickeln. Sie sollten jedoch „nicht im nationalen Alleingang handeln, sondern im europäischen, wenn möglich sogar im internationalen Gleichklang“, forderte der renommierte Wissenschaftler.
Um konkrete Ansätze für die Praxis drehte sich die anschließende Podiumsdiskussion, an der neben den Referenten Egon Rattei, Landwirt aus der Lausitz und Vorstandsmitglied des Landesbauernverbandes, Martin Brödder, Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz, Hellmuth Riestock, Geschäftsführer der Milch und Biogas erzeugenden Rhinmilch GmbH Agrargesellschaft, und Dr. Karl-Heinz Großkopf, Landwirtschaftsministerium Brandenburg, teilnahmen. „Das Hauptaugenmerk der landwirtschaftlichen Betriebe muss sich auf die Nahrungsmittelproduktion und die Futtermittelherstellung richten. Erneuerbare Energien sind eine Ergänzung, die sich in den betriebswirtschaftlichen Kreislauf eines landwirtschaftlichen Betriebes einfügen sollten“, lautete das Fazit der vom Agrarjournalisten Jan Peters moderierten regen Diskussion.
In einem anschließenden Impulsvortrag plädierte Anselm Bilgri, Geistlicher, Redner und Ratgeber, dafür, die Werte zu achten, Verantwortung zu leben, für Nachhaltigkeit zu sorgen. Die anschließende Buchsignierung fand regen Zuspruch bei den Teilnehmern.
Kontakt: Angelika Rzeniecki, Marketinggemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V., Hannoversche Straße 149, 30627 Hannover, Tel.: 0511 9574-347, E-Mail: angelika.rzeniecki@genossenschaftsverband.de
Bilder vom landwirtschaftlichen Unternehmertag 2010









